<< Background >>Die Idee basierte auf den Erfahrungen aus der Pandemiezeit, in der auch bestehende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und strukturelle Benachteiligungen von Frauen verstärkt zum Vorschein kamen. Die Recherchen im Vorfeld haben gezeigt, wie wichtig ist, die Kompetenzen von Frauen im Umgang mit Krisen und - zur aktiven Gestaltung ihres Lebensumfelds und des sozialen Zusammenhalts zu stärken sowie sie zu befähigen, ihren Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung geltend zu machen. Als einen geeigneten Weg dahin wurde der Erwachsenbildungsbereich identifiziert.Die Motivation der BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH und ihrer Partner das Projekt zu kreieren war, einen Beitrag zur Stärkung von Gendergerechtigkeit in der Erwachsenenbildung zu leisten – mit auf die Zielgruppe Frauen maßgeschneiderten Bildungsangeboten, Empowerment für Frauen in der Rolle von Expertinnen und Gestalterinnen, mit Strategien zum Kompetenzerwerb von ErwachsenenbilderInnen, zum Kapazitätsaufbau von Bildungsträgern und Frauenorganisationen und mit Hinweisen an die Politik zur Ausgestaltung der Rahmenbedingungen. << Objectives >>Ziel des Projekts „WeTrain“ war die Verbesserung der Bildungsangebote für Frauen und eine verstärkte Nutzung dieser Angebote für den individuellen Kompetenzerwerb sowie für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Frauen sollten unabhängig von Alter, beruflicher und sozialer Situation oder kulturellem Hintergrund die neuen Bildungsangebote nutzen und aktiv als Gestalterinnen Einfluss auf die Gestaltung ihres Lebensumfelds nehmen. Das Projekt entwickelte keine gesonderten Bildungsangebote für Frauen* mit Benachteiligung im klassischen Sinne, sondern schuf einen Integrationsraum für Frauen*, die Unterstützungsbedarf für die Integration in den Arbeitsmarkt haben und/ oder von sozialer Ausgrenzung betroffen oder bedroht sind, wie (lang‐)zeitarbeitslose Frauen*, Zuwanderinnen*, Geflüchtete, Frauen* mit physischen und psychischen Beeinträchtigungen, Frauen* mit Gewalt‐ oder Mobbingerfahrung.Auf der Akteurs-Ebene zielten auf die Verbesserung der Kompetenzen von ADU-Akteuren und Vertreterinnen* von Frauenorganisationen und auf die Stärkung der institutionellen Kapazitäten für die Ausgestaltung innovativer Bildungsangebote im Hinblick auf Gendergerechtigkeit, soziale Rechte, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte wichtig sind. << Implementation >>An dem Projekt haben sich Partner aus Deutschland, Italien und Polen beteiligt, die sich hinsichtlich der Schwerpunkte, der Positionierung der Erwachsenenbildung und der gesellschaftlichen Beteiligungsstrukturen für Frauen unterscheiden, damit eine Vielfalt an Perspektiven berücksichtigt werden konnte. Die Partnerschaft baute auf dem Tandemansatz auf. Jedes Land installierte ein lokales Tandem, das Erfahrungen in der Erwachsenenbildung mit Expertise zu den gewählten Themen (Bildungseinrichtungen) und dem Zugang zur Zielgruppe Frauen (Frauenorganisationen, NGOs) verbindet. Darauf aufbauend wurden drei Cluster für die Bildungsangebote definiert: Life Skills (Stärkung der Resilienz; Lead Italien), Rechte und Demokratie (Durchsetzung von Rechten, Lead Polen) und Nachhaltigkeit (Beitrag zum Green Deal, Lead Deutschland).Im Projekt ist es uns gelungen in Berlin, Vicenza und Warschau exemplarische Zukunftsorte einer gendergerechten Erwachsenenbildung – diese neuen „Forward-looking Learning Centres“ zu installieren, wo individueller Kompetenzerwerb mit Stärkung des sozialen Zusammenhalts und ermöglichen den Frauen, als Expertinnen ihre Kompetenzen an andere Frauen weiterzugeben, als Beitrag zur Strategie der EU-Kommission für den Bereich der Erwachsenenbildung, die neben beschäftigungspolitischen Zielen auch den Beitrag zu sozialer Kohäsion und „Active Citizenship“ betont, sowie mit aktuellen nationalen und regionalen Politiken und Strategien (z.B. dem neuen Berliner Erwachsenenbildungsgesetz).Im Projekt verzahnten wir die Entwicklung und Erprobung von Lösungsansätzen für eine effektive gendergerechte Bildungsarbeit und passender Bildungsangebote eng mit Stakeholderarbeit und Kapazitätsaufbau der Institutionen.<< Results >>WeTrain analysierte genau Lernbedarfe von Frauen; zeigt auf wie Peer Learning wirkt; welche Inhalte und Methoden effektiv sind, um Frauen zu erreichen; wie Bildungsträger & Frauenorganisationen kooperieren können.Im Rahmen der transnationalen Workshops und Lernaktivitäten wurden, die für den Aufbau der neuen „Forward-looking Learning Centres“ erforderlichen Kompetenzen, behandelt. Themen umfassen organisatorische, didaktisch-methodische und ordnungspolitische Aspekte bedarfsgerechter Bildung für und mit Frauen – wie Bildungsbedarf und Lernziele, Erkennen und Adressierung von Benachteiligungen, Motivation und „active citizenship“, transversale Kompetenzen, partizipative Formate, Verortung von Angeboten, Umgang mit heterogenen Gruppen, Inklusion und Diversitätskompetenz, Digitalisierung, Peer Learning, Kooperation von Bildungsträgern und Frauenorganisationen, Lobbyarbeit. Im Ergebnis liegen folgende Angebote und die Lösungsansätze vor: (1) Strategie mit Verfahrensvorschlag zur Förderung von Frauen als Expertinnen und Innovatorinnen – wie Beteiligung von Frauen in der Erwachsenenbildung aussehen kann – als effektives Instrument zum Empowerment und als Beitrag zur Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung.(2) Innovative Bildungsangeboten für Frauen – Methoden und Materialien zum gemeinsamen Lernen, die individuellen Kompetenzerwerb mit Stärkung des Zusammenhalts kombinieren (Nachhaltigkeit, Resilienz, gleichberechtigte Teilhabe).(3) Leitfaden zum Capacity-Building – Lösungsansätze für die Modernisierung von Bildungseinrichtungen zur Verankerung von frauengerechten Angeboten, zu Fortbildungen für Lehrkräfte sowie zur Internationalisierung.(4) Whitepaper „Gendergerechte Erwachsenenbildung“ – Rahmenbedingungen für die Stärkung der Genderperspektive in Erwachsenenbildung; Forderungen & Vorschläge an die Politik.Sie verdeutlichen Vorteile internationaler Kooperation und die nachhaltigen Beeinflussungsoptionen von Rahmenbedingungen für die Stärkung von Gendergerechtigkeit in der Erwachsenbildung. Im Ergebnis steht ein übertragbares Modell zur gendergerechten und ressourcenorientierten Erwachsenenbildung (Lernangebote, Lehrkräftekompetenzen, institutionelle Kapazitäten, politische Rahmenbedingungen), das die individuelle Kompetenzentwicklung und die Stärkung von Resilienz und gesellschaftlichem Zusammenhalt miteinander verzahnt, die Nutzung von Bildungsangeboten durch Frauen verbessert, ihre aktive Beteiligung fördert und die verschiedenen Akteure in der Breite involviert. Damit erreichen wir die o.g. allgemeinen und spezifischen Projektziele für die vier Ebenen Endbegünstigte, Akteure, Institutionen und System.
